Erfahrungsberichte

"Heute bin ich wieder bei meiner "Patenfamilie". Ich freu mich schon auf die drei lebhaften Geschwister. Einmal in der Woche hole ich sie nachmittags vom Kindergarten ab und betreue sie bis die Eltern nach Hause kommen. Die Kinder sind 6, 4 und 2 Jahre alt und es ist bei dem Altersunterschied nicht immer einfach, allen gerecht zu werden. Wenn das Wetter gut ist, bleiben wir erst mal draußen, machen ein Picknick, lesen ein Buch vor, toben, gehen auf den Spielplatz oder sammeln Blätter zum Basteln. Das hängt ganz davon ab, in welcher Verfassung die Kinder nach einem langen Kindergartentag sind. Sind wir dann zuhause, gibt es Abendbrot. Mit der Mutter ist abgesprochen, daß die Kinder sich wünschen dürfen, was sie essen möchten. Mal gibt es Spiegelei, mal belegte Brote und Joghurt und manchmal auch Nudelsuppe. Danach basteln wir oder lesen noch ein Buch vor. Die Große würde auch gerne mal ein Spiel spielen. Bisher haben wir das noch nicht geschafft, weil die Geschwister "immer stören". Eigentlich sind die Kinder dann auch müde. Und wenn ihre Eltern nach Hause kommen, ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Den Eltern erzähle ich abends noch kurz, was wir erlebt haben und ob es im Kindergarten etwas Besonderes gab. Die Kinder verabschieden sich mit strahlenden Augen und winken mir nach. Manchmal gibt es auch eine Umarmung und die Frage, ob ich morgen wieder komme. So gehe ich dann ein wenig erschöpft aber ganz erfüllt nach Hause."



"Seit Mitte März besuche ich meine "Patenfamilie" einmal in der Woche für ca. 2 Stunden. Die Atmosphäre war von Anfang an sehr herzlich und aufgeschlossen. Wir haben uns gleich gut verstanden, auch wenn wir zuerst mehr mit Händen und Füßen geredet haben. Die Familie kommt aus Tschetschenien und hat zwei süße Töchter. Die große Tochter ist ungefähr drei Jahre alt und die kleine ist gerade ein halbes Jahr alt geworden. Ihre Mutter ist noch sehr jung und sehr wissbegierig. Zu Anfang saßen wir zusammen auf dem Sofa und zwischen uns lag das deutsch-russische Wörterbuch. Jetzt können wir uns schon freier unterhalten. Zwischendurch liest die Mutter in einem Kinderbuch laut vor und dann übersetzen wir Satz für Satz. Die Vokabeln schreibt sie dann auf. Das klappt nicht immer, denn auch die große Tochter möchte manchmal mit mir spielen. In der Zeit kann die Mutter sich dann in Ruhe um die kleine Tochter kümmern. Die große Tochter kann schon ein paar deutsche Wörter. Meistens spricht sie aber tschetschenisch und ich antworte auf Deutsch. Auch das klappt prima. Inzwischen kann ich meiner Patenfamilie auch eine sms schicken, wenn ich den Termin nicht einhalten kann. Umgekehrt ist es genauso. Zu Anfang brauchten wir dazu noch die Hilfe einer Dolmetscherin. Morgen fahre ich wieder zu "meiner" Familie und ich freu mich drauf!"

Familienbildungsstätte Ratzeburg
Familienbildungsstätte Schwarzenbek
Kinderschutzbund Kreis Herzogtum Lauenburg